Halbzeit-Bilanz - Schulausschuss


Anja Altmann

Im Gespräch blicken die Fachsprecher der SPD-Stadtratsfraktion auf die von ihnen betreuten Themenfelder. Hier: Anja Altmann – Vorsitzende des Schulausschusses.

Übrigens – mehr zu den Zuständigkeiten und den Mitgliedern des Ausschusses erfahren Sie durch klicken auf diesen Satz.

Anja, welche Themen waren der Schwerpunkt Eurer Ausschussarbeit in der ersten Hälfte dieser Wahlperiode?

Gleich nach der Kommunalwahl im September 2011 haben wir uns im Ausschuss darauf verständigt, einen Arbeitskreis „Schulentwicklungsplanung 2020“ einzurichten. In diesem Arbeitskreis und im Ausschuss haben wir uns dann intensiv um die Einrichtung einer „Integrierten Gesamtschule“ in Nienburg bemüht und dahingehend mit dem Landkreis eine Elternbefragung eingeleitet und uns um die Standortfrage gekümmert. Dass die Schule in der Stadt Nienburg sein sollte, war ein erstes deutliches Ergebnis. Die Standortfrage einvernehmlich zu klären, war mit schwierigen Gesprächen und Verhandlungen verbunden. Aus unserer Sicht wäre es eine gute Idee gewesen, ein vorhandenes Gebäude zu nehmen, dies zu erweitern, umzubauen und für eine IGS an zentralem Standort zu nutzen. Der Kreis als Schulträger hat sich dann letztendlich für einen Neubau an der BBS entschieden.

Nach Abschluss dieser Themen haben wir dann an der weiteren Entwicklung der Sekundarstufe I Schulen in der Stadt gearbeitet. Ein schwerer Weg, denn es war leider schnell klar, dass wir aufgrund der Schulauswahl durch die Eltern und sinkende Schülerzahlen einzelne Standorte mittelfristig nicht halten können und zudem auch Schulformen nicht in ein tragfähiges Zukunftskonzept passen. Das ist bitter für jeden der sich um gute Schulpolitik bemüht, entsprechend schwer war die Arbeit und ohne fachliche Unterstützung aus den Schulen und der Landesschulbehörde wäre es unmöglich zu leisten gewesen. Am Ende wurde dann der Ratsbeschluss gefasst, dass es in Nienburg zukünftig 2 Gymnasien und eine weitere SEK I Schule in Form einer Oberschule oder IGS geben wird. Welche Schulform es sein wird, das entscheidet nun eine Elternbefragung.

Bei welchen Entscheidungen kann man deutlich die Handschrift der SPD sehen?

Zum einen natürlich bei der Einführung der Integrierten Gesamtschule, denn die SPD favorisiert diese Schulform schon lange. Sie ist zukunftsfähig und ermöglicht jedem Kind den individuell bestmöglichen Schulabschluss. Aber auch bei der städtischen Schulentwicklungsplanung konnten wir mit unseren Inhalten und Standortgedanken deutliche Akzente setzen. Denn neben den pädagogischen Inhalten sind natürlich auch die Rahmenbedingungen und der Blick in die Zukunft wichtig. So war es für uns ganz klar, dass wir allen Kindern in Nienburg eine moderne Schulform anbieten möchten und daher nicht nur, wie bisher, Gymnasien und Realschule weiter führen. Jetzt muss es unser Ziel sein, all unsere Grundschulstandorte in Erichshagen-Wölpe, Langendamm und in der Kernstadt zu stärken und zu sichern nach dem Motto: kurze Beine-kurze Wege. 

Was war das aus Deiner Sicht das positive Highlight der Ausschussarbeit?

Am Ende wirklich die Schulentwicklungsplanung beschlossen zu haben. Auch wenn es weh tut sich von Standorten und Schulformen trennen zu müssen, so gibt es uns doch nach dem Beschluss die Möglichkeit unsere Bildungslandschaft weiter zu entwickeln, zu strukturieren und zu optimieren. Da gibt es schon einige Ideen, mit denen auch die Stadt Nienburg durchaus einen besonders positiven Status im Hinblick auf Bildung erreichen kann.

Als ehrenamtlich tätiger Politiker ist man auf die Information und die Unterstützung der Verwaltung angewiesen. Wie hat das bei Euch im Ausschuss geklappt?

Die Verbindung zum Fachbereich ist gut, kompetent, sachlich und sehr freundlich. Natürlich hat man sich am Anfang der Wahlperiode erst kennen lernen müssen um zu sehen wie jeder agiert. Aber es ist schnell gelungen gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und Ideen entwickeln zu können.

Welche Themen wollt Ihr als SPD in den kommenden zwei Jahren im Ausschuss anpacken?

Wir wollen die Bildungslandschaft mit den langfristigen Schulformen aber auch Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen formen. Schule nicht nur als Bildungsstandort zu verstehen sondern in die Mitte der Bevölkerung zu rücken. Hier gibt es deutliche Überschneidungen mit anderen Ausschüssen, das macht die Sache nicht leicht aber sehr interessant, wir können da ein Alleinstellungsmerkmal als Stadt erreichen. Ein längerer Weg, aber den beschreiten wir sehr gerne. Der Anfang ist gemacht!

Was ist die größte Herausforderung für die zweite Hälfte der Wahlperiode? 

Wie eigentlich immer, ist die größte Aufgabe für die Menschen da zu sein, ihre Probleme anzuhören und zu sehen was man für sie erreichen kann. Dabei darf man natürlich nie das „große Ganze“ vernachlässigen, denn wir haben verschiedene Bedingungen und Eckpunkte an denen wir nicht vorbei können. Als Stichwort hierfür ist die finanzielle Situation der Stadt zu berücksichtigen. Auf der anderen Seite natürlich auch die Menschen bei den Entscheidungen mitzunehmen. Das ist in der Vergangenheit nicht immer so gelungen wie ich es mir vorstelle, daher wird daran weiter gearbeitet.

Unsere Immobilien so herzurichten, dass wir die Inklusion komplett umsetzen und den vorhandenen Sanierungsstau abarbeiten können - dies ist eine weitere, wirklich große Herausforderung.

 

SGK-Niedersachsen

Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Niedersachsen

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